Kiwi Jagd

Eben kam ich zurück von einem der eindrucksvollsten und coolsten Erlebnisse/ Expeditionen bisher in Neuseeland.
Meine Betreuerin Isabel Castro hat einige Forschungsprojekte über Kiwi auf einer Insel im Hauraki Golf (nahe Auckland) laufen.
Diese Insel, eine FARM, ist etwas gaaaanz spezielles–
dort gibt es die höchste Kiwidichte in ganz NZ!
Und das, wo der Kiwi am Festland bedroht ist und die Insel
KEIN Schutzgebiet ist, sondern, wie gesagt, eine FARM.
Einziger Unterschied zum Festland–
hier gibt es keine Wiesel, Frettchen und Hermeline,
die Hauptfeinde der Kiwis.
Unglaublich aber wahr, ein kleines Wiesel kann einen Kiwi anfallen
und fressen!

Isabel hat einige wirklich erstaunliche Dinge herausgefunden,
und arbeitet weiter daran, Neues zu entdecken.
So ist es beispielsweise ein Gerücht, das Kiwis Einzelgänger sind.
Das sind sie auf dem Festland gezwungenermassen, weil
ihnen eingeschleppte Ratten das Futter wegfressen und sie so gezwungen sind, alleine zu leben wenn sie überleben wollen.
Auf dieser Insel (mit Ratten aber auch Katzen, die die Ratten fressen) gibt es alle 100 Meter ein neues Kiwipärchen, und die Kiwi leben auch in Gruppen zusammen im Bau. Und in der Nacht kommen die Kiwi
aus Kilometern Umkreis zusammen– in einem Bereich im Wald den
Isabel die “Party- arena” nennt.
Von wegen Einzelgänger!
Und im Leben der Kiwi geht es zu wie in einer Soap- opera–
sie gehen miteinander fremd, haben Mischehen, da leben auch mal zwei Jungs zusammen, es wird zusammen gebrütet, aber dann wieder Schluss gemacht….
:-)
Isabel hat an 33 Kiwis der Insel (und es gibt noch VIELE mehr!)
Transmitter an den Beinen angebracht (mit Plastikbändern die nach einiger Zeit alleine abfallen) und so kann man in der Nacht, wenn die Kiwi aktiv sind, die einzelnen Schatten im Wald den entsprechenden Tieren zurechnen.
Die Kiwi sind zumeist nach Leuten benannt, die mit ihnen gearbeitet haben….
:-)

Wir (das heisst Isabel, und ihre beiden Freiwilligen (=Sklaven) Chau Phing und ich kamen für 11 Tage auf die Insel, um die Transmitter zu wechseln– nach einem Jahr geben die Batterien auf.
Wir haben auch ein paar neue Vögel gefunden (buchstäblich in JEDEM Loch im Wald sitzt einer der Vögel), aber auch ein paar hatten ihre Transmitter verloren.
Ich hab auch einen Kiwi gefunden– wahrscheinlich ein Mädchen. Ist noch ein junger Vogel, aber schon 2kg schwer. Ich habe sie “Alex” getauft! :-)

Es war ziemlich anstrengend– Isabel hat uns die Hügel rauf und runter gejagd, und über Viehweiden, durch Bäche, über Zäune, in den Wald und in den Sumpf. Dort hatten wir mit wilden Wespennestern und knietiefem Morast zu kämpfen.
Und mit Birgit, dem “Killer”- Kiwi.
Birgit ist ein Kiwi mit Selbstbewusstsein, und SEHR intelligent.
Wir brauchten mehrere Tage und fast 6 Stunden insgesamt, um sie zu fangen– sie hielt uns im Sumpf zum Narren und entschlüpfte uns
immer im letzten Moment.
Es ist gar nicht so einfach einen Kiwi zu fangen!
Denn die Federn sind eine fantastische Tarnung, und selbst wenn
man 1 Meter entfernt durch das Schilf späht, kann man sie nicht sehen!
Am Ende was ICH es, der Birgit fing– und ich erhielt mehrere tiefe Kratzer. Die Beine sind sehr stark!
:-)
Die Farm selbst ist eine Schaffarm, mit Hühnern und Rindern zum Eigenbedarf. Der Strand war gleich hinter der Hütte wo wir wohnten, und es gab Muscheln und Austern so viel man einsammeln konnte, und ab und zu frischen Fisch. YUMMY!!!!
:-)
es war auch noch warm genug, um Schwimmen zu gehen, wenn man die Kraft dazu hatte nach der wilden Jagd.
:-)
Alles in allem ein herrliches Erlebnis!
:-)
Einige der folgenden Bilder wurden mir von Isabel zur Verfügung gestellt, wie z.B. die Geburtstagsbilder, das Bild von meinem Bein im Kiwibau und das Bild von mir und Chau Phing.

Eine Reaktion zu “Kiwi Jagd”

  1. :-) sandra

    Kiwis sind schon lustige Vögel. Und du hast eine Kuh gemolken? Ich würde auch gerne so einen süßen Esel knuddeln.

Einen Kommentar schreiben