Die Henne und das Ei

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Endlich hab ich mal ein nettes Bild von mir

beim Zwangsfüttern von einem Kiwi–

wenn das mal nichts besonderes ist!!!

:-)

 Im Moment haben wir auch 2 hungrige Kiwi, die uns die Haare

(bzw. Regenwürmer) vom Kopf fressen.

daher gab es von der Sekretärin eine Rundmail für die

ganze Tierklinik:

Good morning all,

A note from the Wildlife team that they have two hungry kiwi in need of some worms.  These can either be dropped at our office or at the wildlife ward door.

Thanks  

Ich fand das sehr witzig…

:-)

Diese Woche hatten wir auch wieder einen meiner Lieblingsvögel,

einen kleinen Eisvogel, der von einer Katze attackiert worden war.

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Hier kriegt er gerade Sauerstoff verabreicht.

Ich habe den Kleinen “Jason” genannt…

ne, die Geschichte muss jetzt NICHT erzählt werden.

:-)

Jason hatte eineBisswunde im Auge und auch ein Weichteiltrauma

am Rücken–

Und er war mein eigener, besonderer Fall diese Woche.

Ich bin sehr stolz auf mich, denn am Dienstag,

als er reinkam, sah es so aus, als wolle er sterben.

Da bin ich bis 8 Uhr geblieben, hab ihm subcutan infundiert

und argwöhnisch beobachtet.

Also war er im Brutkasten, hat Sauerstoff bekommen,

Antibiotika, Schmerzmittel, Flüssigkeitstherapie…

und wird 4x täglich zwangsgefüttert.

:-)

Was war ich froh, als er am nächsten Tag noch am Leben war!

Und jetzt ist er schon wieder frech wie Dreck und ist wie jeder

Eisvogel ein kleiner Terrorist, der jeden angreift.

Leider ist sein Auge noch nicht so ganz,

aber wir sind zuversichtlich, dass das wieder wird, wenn wir ihm

etwas Zeit geben.

Sieht so aus, als wäre die Augenwunde ziemlich

die selbe wie bei der Eule Pidwidgeon neulich,

und die haben wir ja auch wieder ausgewildert.

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Ein extrem spannender Fall war die Geschichte eines wilden Kiwi,

der über einige Wildschweinjäger zu uns kam.

Die Befürchtung war erst, dass ein Schwein oder ein Jagdhund

den Vogel verletzt hatten.

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 Die Kiwi- Dame wurde sofort untersucht und auch geröngt…

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 Und die Röntgenbilder liesen nichts Gutes ahnen.

Das Lungenfeld war verkleinert, und der Bauch…

Da war alles in “Nebel” aufgelöst–

ein gutes Zeichen dafür, dass Flüssigkeit im Bauchraum war.

Wir hatten es also wahrscheinlich mit einer Bauchfellentzündung

zu tun, wahrscheinlich eine Bauchfellentzündung in Folge

des Hunde/Schweineangriffs.

Die Vermutung von Anfang an, weil der Kiwi so einen dicken

Bauch hatte: sie war dabei, ein Ei zu legen, und jetzt

hatte sie eine Dotterperitonitis, weil der Hund sie gepackt

und dabei das Ei beschädigt hatte….

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Noch ein dämliches Bild von mir, wo ich auch mal mein

Gesicht zusammen mit dem Kiwi zeigen musste….

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Ultraschall haben wir bei dem Kiwi dann auch gemacht,

und zuerst eine “runde Masse” im Bauchraum entdeckt,

die wir Studenten sowohl als “vergrößerten Muskelmagen”

oder sogar “Tumor” einschätzten.

Brett konnte uns dann aufklären…

aufgrund der geschichteten Struktur, es war eine runde Masse,

die viele gleichmässige Schichten aufwies, war ihm klar,

dass es eine normale, physiologische Erscheinung war–

das was wir da sahen war eine riesige, GESUNDE Dotterkugel.

8 cm im Durchmesser!

Die Kiwi- dame war tatsächlich dabei, ein Ei zu legen!

Kein Wunder, dass das Lungefeld so klein war,

kein Wunder dass da Flüssigkeit im Bauchraum war,

um die Druckverhältnisse auszugleichen!

Kiwis legen ja riesige Eier im Vergleich zu ihrer Körpergröße.

(siehe unten den Bericht über das Kiwi- Ei)

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Kurzerhand entwickelte sich der “totkranke” Kiwi zu einem

völlig gesunden Kiwi– der uns vielleicht sogar Nachwuchs

schenken wollte.

Er bekam einen ganzen Raum der Klinik zugeteilt, zusammen

mit viel Gestrüpp und Laub und Büschen zum Verstecken,

und einem Schutzhaus und natürlich einer Schale mit vielen, vielen

leckeren Regenwürmern.

:-)

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Leider war das Ganze wohl doch zu stressig gewesen,

denn der Kiwi legte zwar sein Ei,

aber leider war die Schale zu dünn und das Ei zerbrach.

Grosse Enttäuschung!!!

:-(

Ähnlich spannend verlief der Fall des Huhns “Roadrunner”.

Ja, ein HUHN.

Und zwar eines, das für 3 Dollar “gebraucht” bei einer Legebatterie

erworben wurde.

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Das Huhn kam zu uns, weil es sich “unwohl” fühlte und nicht recht

fressen wollte, dazu hatte es einen enorm angeschwollenen Bauch.

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 Auch hier haben wir zu Lehrzwecken Ultraschall gemacht.

Und eine Masse im Bauchraum des Huhns entdeckt.

Diesmal lag der Fall aber anders–

das Huhn war ein Fall von chronischer Legetätigkeit,

die Eier hatten sich im Uterus angestaut und konnten

nicht gelegt werden.

Wir entschlossen uns zur OP.

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Der geschwollene Bauch.

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Es war echt extrem, was für eine Masse an Uterus und Eimaterial

wir aus dem Tier herausgeholt haben!

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Ein Kakadu mit Lipomen am Bauch haben wir die Woche auch operiert.

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Bretts Vorstellung von effektivem Arbeiten war dabei, dass wir

beide zusammen die Wunden wieder zugenäht haben.

Wie man sieht, war das etwas ein Gedrängel, aber

es hat tasächlich hingehaut.

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Gemeinschaftliches Nähen….

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Schwester, Tupfer!

:-)

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Gute Neuigkeiten von unserem langwöchigen Patienten “Big Girl Kiwi”.

Sie war ja in eine Possumfalle gelaufen und wir mussten ihr 2 nekrotische Zehen

und eine nekrotische Sehne entfernen.

Jetzt sieht die Wunde aber hervorragend aus, und die Kiwi- Dame

kann auch den Fuß wieder benutzen (unter anderem dazu,

ninja- mässig mit beiden Füssen nach einem zu treten.

Das tut sie dann mit einem Kampfschrei– dabei knurrt

sie wie ein Hund!!!).

:-)

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2 Reaktionen zu “Die Henne und das Ei”

  1. Sandra

    Wer bezahlt eigentlich die ganzen OPs und Gesundpflege etc. bei Wildtieren?

  2. admin

    Die Frage wer unsere Wildtierklinik finanziert…
    die Uni leistet da nur einen kleinen Teil.
    Aber wir haben einen weltweit operierenden Konzern, der uns
    sponsored. Ich mag jetzt keine Schleichwerbung machen,
    aber das Logo ist auf unseren Uniformen. Kleiner Tipp:
    Der Konzern verkauft Öl und hat eine Vorliebe für Muscheln…
    :-)
    Ansonsten finanzieren wir uns durch Spenden.
    Also, wenn jemand etwas Geld übrig hat…

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