Abel Tasman National Park

Palmerston North vom Wohnheim aus Jetzt bin ich tatsächlich, sogar mit all meinem Gepäck, an meinem

Zielort Palmerston North angekommen!

Und wurde in meinem Wohnheim auch gleich ausgiebig begrüßt.

Ein paar Worte zu meinem Wohnheim:

Eingang

Das ist ein altes Kolonialhaus mit einigen umgebenen Wohnbungalows.

Ich wohne aber im Haus. Es gibt Gemeinschaftsküche und- Bad,

und alle paar Wochen hat man Küchendienst und ausserdem

gibt es alle 5 Wochen den PFLICHT- Gartendienst, wo alle zusammen

helfen müssen, damit der Park um das Wohnheim herum

(eine riesige und wunderschöne Anlage) in ordendlichem Zustand bleiben.

Die Uni ist gleich am Fuß des Hügels, auf dem das Wohnheim steht,

es sind also 200 Treppenstufen von/ oder zur Uni.

Das Wohnheim macht den Eindruck einer quirligen, internationalen

Jugendherrberge, wobei natürlich die allermeisten Leute hier um

einiges jünger sind als sich, weil sie Studienanfänger sind.

Der Manager und seine Helferlein sind nett und hilfsbereit,

und eigentlich ständig vor Ort, um an irgendetwas herumzuwerkeln.

Heute hätte es auch einen Ausflug zum Strand gegeben, leider muss

ich ja an die Uni.

Seufz.

Es wird auch einiges im Bezug auf Sport und andere Events organisiert.

Ich habe hier ein kleines Zimmer, mit Bett, einem Schrank, Regal,

Schreibtisch, Stuhl und Kühlschrank.

Zimmer

Zimmer 2

Der Fernsehraum macht einen gemütlichen Eindruck und es gibt

sogar einen Billiardtisch.

Das Wohnheim ist von einem Park umgeben und hier gibt es auch

einen Aussichtspunkt: denn das Haus ist auf einem Hügel gelegen,

und so kann man von hier aus die Uni mit ihren ganzen

Viehweiden (landwirtschaftliche Fakultät), die Hochhäuser der Innenstadt

und das Umland überblicken.

In der Ferne, auf der Bergkette hinter Palmerston, sieht man auch

die gewaltige Windfarm, Hunderte von Windrädern zur Stromerzeugung,

die laut Reiseführer die GRÖSSTE Windfarm der Südhalbkugel ist.

Gewaltige Anlage!

Gestern bin ich dann von meiner Tour in den Abel Tasman National Park

zurück gekommen, und es lässt sich in einem Wort zusammenfassen:

HERRLICH.

Split Apple Rock

Der National park liegt ganz an der Spitze der Südinsel

und ist bekannt für seine herrlichen Strände.

Bark Bay Strand

Te Pukatea Bay

Ich hatte mich dafür entschieden, eine 2- tägige Kayaktour

die Küste entlang zu machen. Und besser hätte ich es nicht

treffen können:

Das Wetter war einfach perfekt mit viel Sonnenschein und

ruhigem Meer, das Wasser war kristallklar und angenehm warm,

der Tourguide war ein netter, cooler Typ, das Essen war gut

und vor allem die Landschaft war einfach nur perfekt.

Insel Busch Strand

Auch meine Angst, nicht genug Kraft zum paddeln zu haben

war völlig unbegründet, das ist gar nicht so schwer wie man denkt.

Kormoran

Am ersten Tag paddelten wir entlang des Meeresschutzgebietes,

in dem sich allerlei Getier herumtreibt.

Kormorane umschwärmten uns, Pinguine (blaue Zwergpinguine)

Pinguin

schwammen um unsere Kayaks und natürlich gab es hier

Dutzende der “New Zealand Fur Seals”, also Neuseeländische

Pelzrobben, die kleinen Verwandten der Seelöwen.

Die Fur Seals und ich

Die Robben waren unglaublich neugierig und hatten keinerlei

Angst davor, naja zu uns her zu kommen.

Sie begrüßten uns sogar laut mit ihren Rufen.

Verspielte Robben

New Zealand Fur Seal

Wir machten während unserer Tour auch einige Abstecher

ins Land, indem wir einige Regenwaldflüsse hochpaddelten.

Gegen den Strom

Gegen den Strom 2

Ein Ort, wo sich ein solcher Fluß ins Meer ergiesst,

ist Shags Harbour ( Hafen der Kormorane).

Ich in Shags Harbour

Der Fluß teilt sich in 3 verschiedene Arme, und hier gibt

es einiges zu erkunden, mit dichtem Laub über uns und

umgestürzten Bäumen und steilen sandigen Ufern.

Shags Harbour 1

Das ungaublichste ist hier aber die Geräuschkulisse:

Die Zikaden und Grillen in den Bäumen machen einen

unvorstellbaren Lärm, der ab und zu von einigen

hellen Vogelrufen übertönt wird.

Genau so stellt man sich einen Regenwald vor, und es ist eine fast unwirkliche

Atmosphäre.

Shags Harbour 2

In der Mittagspause landeten wir in einer kleinen, türkis blauen Bucht,

wo sich nicht nur Sonnenbaden im Sand anbot, sondern auch eine

kleine Schnorchelrunde um klaren Wasser.

Te Pukatea Bay

Herrlich, auch wenn es natürlich nicht allzu viele bunte Fische

gab, aber allein die Seegurken, Seesterne und Seeigel überall

machten es zu einem schönen Erlebnis.

Übernachtet haben wir in der “Bark Bay”, das ist eine Bucht mit

einem echten Traumstrand.

Der Campingplatz befindet sich auf einer kleinen Halbinsel,

und vor einem befindet sich der Strand und das Meer,

und hinter einem der undurchdringliche Dschungel.

Zwei kleine Bäche kommen aus dem Urwald und bilden hinter

dem Campingplatz Wasserfälle, die mit ihrem Rauschen die

Atmosphäre noch verstärken.

Somit konnte ich nachts einschlafen, vor mir rauschte das Meer,

und hinter mir die Wasserfälle…

Mein Zelt

Natürlich habe ich mir auch die Zeit genommen, den Wald um den Campingplatz

herum zu erkunden und die Baumfarne ausgiebig zu bewundern.

Am Strand war es am späten Nachmittag sowieso viel zu heiss,

und ich war mal wieder rotgebrannt wie ein Krebs.

Da war der schattige Wald mit seinen vielen Geräuschen

eine willkommene Erholung.

Der Bark Bay Strand war wirklich herrlich, mit feinem hellen Sand,

und auch hier hatte das Wasser Badewannentemperatur.

Abendessen gab es natürlich auch am Strand, und zum Nachtisch tischte

unser Guide sogar Schokoladenfondue auf, was eine ganz neue

Erfahrung für mich war, mitten am Meer…

Was aber am aller beeindruckensten war, war der Sternenhimmel.

Es war eine mondlose Nacht, und was man an Sternen gesehen

hat, was einfach der Wahnsinn.

Natürlich hat uns der Guide erklärt, wie man das Kreuz des

Südens findet und wie man von dort aus den Süden

berechnet, aber es gab noch soooo viel mehr zu sehen.

Die Milchstrasse, die hier wirklich aussieht wie eine

“Milchstrasse”, zusammen mit den dunklen Wolken

darin wie z.B. dem Kohlensack neben dem Kreuz des

Südens.

Alles war soooo klar und funkelnd zu sehen, ein helles Band,

bestehend aus Millionen von kleinen Lichtern.

Hoch am Himmel stand auch der Orion, den es bei uns ja

auch gibt. Nur steht er hier auf dem Kopf, und sein

Schwert hängt sozusagen nach oben.

Die Maori sehen deswegen im Orion keinen Jäger, sondern

sie sehen das Sternbild als “Vogelfalle”:

der Gürtel ist der Zweig, auf dem ein Vogel sitzen kann,

und das Schwert ist der Köder für die Vögel, ein Zweig

mit leckeren Beeren, der die Vögel anlocken soll.

Die Sterne aussen drum rum sind dann schließlich der

Käfig, in den der Vogel zum Schluß gefangen ist.

Auch Orion und seine beiden Hunde, der große und der

kleine Hund, sind hier einfach nur beeindruckend.
In Deutschland sieht man ja einfach NUR die hellsten Sterne,

die das Sternbild begrenzen.

Hier sieht man noch 1000 mehr Sterne, die das Sternbild

ausfüllen und sozusagen regelrecht ausmalen.

Das muss man gesehen haben.

Was mich aber auch beeindruckt hat, was die Deutlichkeit, mit der

man die beiden Magellanschen Wolken gesehen hat, die Kleine

und die Große Magellansche Wolke.

Die sehen wirklich aus wie leuchtende Wolken, und sind nichts

anderes als unsere Nachbargalaxien.

Leider konnte keiner meiner Mitreisenden meine Begeisterung

für die Magellanschen Wolken teilen, weil leider niemand

von ihnen je davon gehört hatte und man mich eher ansah

wie ein UFO, als ich von meinen Wolken erzählte.

:-)

Leider konnte ich davon mit meiner Kamera kein Bild machen,

aber ich denke, kein Bild könnte soetwas je einfangen.

Es gab auch einige Gute Nacht Geschichten vom Tourguide, von den Maori

über die Sterne und das Land.

Unter anderem erfuhr ich die Geschichte vom Mt. Taranaki

( das ist der Vulkan, der ca. 100km nordwestlich von Palmerston liegt,

und den ich vom Wohnheim bei klarer Sicht sehen kann).

Eine Geschichte über Liebe, Intrigen und Eifersucht (unter wohlgemerkt BERGEN),

eine wahre Soap- opera, die schließlich dazu führte, dass der Mt. Taranaki

aus dem Gebirge vertrieben wurde und sich von seiner Geliebten trennen musste

und jetzt allein mitten in der Ebene am Meer leben muss.

Romantisch.

Höhlen

Am nächsten Tag war das Paddeln im Meer schon etwas anspruchsvoller,

da etwas Wind wehte und wir etwas Wellengang hatten.

Dafür konnten wir sogar segeln, indem wir ein Segel zwischen

den Kayaks aufspannten. Es war Wahnsinn, was wir da für

eine Geschwindigkeit drauf hatten!!!

Alles in allem kann ich so eine Kayaktour durch den Abel Tasman

Park jedem nur empfehlen, es gab keinen Punkt, über den man

sich hätte beschweren können, mal abgesehen von den Sandfliegen,

die mich auffressen wollten und mich komplett verstochen haben.

:-)

Ansonsten war alles dabei, Abenteuer, Romantik, wilde Tiere,

wilder Urwald und wundervolle Strände.

Bei meiner Rückkehr nach Nelson in die Jugendherrberge war ich

dann aber erst mal komplett fertig und sehnte mich nur noch

nach einer Dusche…

Am Samstag war in Nelson noch ein total cooler Wochenmarkt.
Da hab ich mir erst mal einen Maori- Talisman gekauft,
angefertigt aus Walknochen.
(die 100ten gestrandeten Wale jedes Jahr gehören laut Gesetz
den Maori. Denn Wale sind heilig.
Nur die Maori dürfen Knochen u.s.w. verwerten)
jedenfalls, mein Talisman ist geformt wie ein Angelhaken,
und das ist das Zeichen für Wohlstand, Gesundheit, Fruchtbarkeit
und sicheres Reisen.
Nicht schlecht.
Das brauche ich jetzt.
es gibt noch 20 andere Formen mit anderen Bedeutungen,
aber dieser Talisman hat mir einfach am besten gefallen.

Und, auf dem Markt hab ich auch, voll cool,
mein lange ersehntes Possum- Fell erstanden.
Nur 20$!!!
Sooooo kuschelig.
:-)
Und nachdem die Possums in Neuseeland ja jetzt
als Landplage gelten (sie wurden aus Australien
eingeschleppt und machen jetzt alles kaputt)
und zu Tausenden niedergemetzelt werden,
fand ich es ganz gut, dass zumindest eines der Felle
ein sinnvolles Schicksal hat, nämlich als mein Nackenwärmer.
:-)
Und was für einer.
So flauschig ist nicht mal die Arrunja.
:-)

Nach meiner Rückkehr aus Nelson hab ich mich aber nicht

einfach hingesetzt und ausgeruht.

Oh nein!

Ich hatte mir vorgenommen, die Stadt Palmerston North

zu erkunden, koste es was es wolle!
Und dann hab ich mir den Campus angesehen
(ganz schön gemacht, mitten in einem Park, und ganz nahe

am Wohnheim, praktisch nur 200 Treppenstufen den Berg runter)
und so wichtige Gebäude wie die Mensa geortet.
Das Fitnesstudio auf dem Campus hab ich leider
noch nicht gefunden…

Hab ich auch nicht gebraucht, denn:
ich war dann noch einkaufen.
Leider fährt am Wochenende KEIN Bus!!!!
Ich musste also 3km in die Stadt laufen.
An sich kein Problem, aber zurück war ich mit ca. 2 tonnen
Einkäufen beladen, das war eine Tortur.

Auf dem langen Heimweg hab ich zum Glück
zwei andere Deutsche aus Dresden getroffen,
die sich auch einen Wolf geschleppt haben.
(ich habe sie an ihrem lautem Gefluche erkannt…)
Die beiden studieren BWL und fangen morgen
dann auch mit der Orientation Week an.
Damit kenne icht jetzt immerhin 2 Mädels aus Dresden.

Mission der Woche:
ich MUSS mir irgendwie ein Fahhrrad besorgen!!!!!!!

Das Problem mit meinen Uni- Kursen ist leider noch immer
nicht behoben.
Da bin ich ja echt mal gespannt.
Ich hab echt keinen Durchblick mehr, und die Jungs offensichtlich
auch nicht.
Chaos in Dosen.
Was ich machen will, kann ich nicht, weil ich entweder
zu wenig Ausbildung in diese Richtung habe oder weil der Kurs voll ist.

Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass die Kiwis Recht haben und

alles “Not so much of a problem” ist.

:-)
Die Vet- Fakultät hab ich auch gefunden,
ganz nett, davor ist sogar ein kleiner See mit schwarzen
Schwänen.
Und, lustigerweise, ist das Nachbargebäude die Moschee
von der Muslim- Campusgemeinde…

So, jetzt muss ich aufbrechen, weil gleich meine Einführungsveranstaltung

auf dem Campus beginnt. Da bekommen wir Ausländer mal alles gezeigt.
Und soweit ich gelesen habe, gibt es auch was zu essen.

Das ist ja schon mal wichtig.
Und wenn nicht, wird halt einfach der Vortragende angefallen….
:-)

2 Reaktionen zu “Abel Tasman National Park”

  1. Sandra "Shandij"

    Wahnsinn, deine Beschreibung von Orion und der Magellanschen Wolke. Es ist leider wahr, dass wir meist nur die hellsten Sterne sehen wegen dem Lichtsmog der Großstädte. Auf dem Land habe ich mal zur Silvesternacht einen wunderschönen Himmel mit unglaublich vielen, funkelnden Sternen gesehen, das war schon beeindruckend. Aber dass man die Milchstraße oder eine Wolke sehen kann… Das kann ich mir richtig bildhaft vorstellen.

    Wir können es nur über Hubble sehen:

    http://sci.esa.int/science-e/www/object/index.cfm?fobjectid=31111&farchive_objecttypeid=18,19,22&farchive_objectid=30912&fareaid_2=31

    :-) Sandra

  2. Yvonne

    Hallo Ellen!

    Das hört sich ja wirklich traumhaft an!! Bin schon auf die Fotos gespannt! Hoffe das Chaos legt sich bald..
    Liebe Grüße,
    Yvonne (email folgt bald)

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